Thema der Konferenz 2009
Seminare und Konfenzen in Passau - Eine Tradition setzt sich fort...
Demokratie – Wahrheit oder Wunschvorstellung?
60 Jahre Grundgesetz – In schlechter Verfassung?
Vom 6. bis 8. November 2009 fand unsere
jährliche Konferenz an der Universität
Passau in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl
Prof. Dr. Rainer Wernsmann statt.
Genau 60 Jahre waren vergangen, seitdem unser
Grundgesetz in Kraft getreten ist. Unsere über
die Jahre mehrfach geänderte Verfassung gilt
heute im gesamten Bundesgebiet und wird
als wesentliche Errungenschaft Deutschlands
im 20. Jahrhundert gefeiert. Doch reicht
diese beeindruckende Bilanz aus, um den
60. Geburtstag unserer Verfassung mit
ausschließlich positiven Gefühlen zu begehen?
Gewiss: Das deutsche Grundgesetz ist eine
beispiellose Erfolgsgeschichte. Wesentlich
auf den grauenvollen Erfahrungen des
zweiten Weltkrieges beruhend, hat das
Grundgesetz maßgeblich zur Etablierung eines
demokratischen Rechtsstaates auf deutschem
Boden beigetragen. Vor allem in den ersten
Jahrzehnten der neu gegründeten Republik
erblühte der Grundwert der Demokratie – dem
sich unsere Konferenz widmen will – wie niemals
zuvor in der deutschen Geschichte. Während
viele Deutsche heute den demokratischen
Rechtsstaat als Selbstverständlichkeit
hinnehmen, war dieser für die Bürger in den
Gründungsjahren ein wertvolles Novum, zu
dessen Erhalt und Ausbau aktiv beizutragen
als Bürgerpflicht angesehen wurde.
Doch diesen positiven Entwicklungen in Art
und Ausgestaltung der Demokratie droht durch
neuere Gegebenheiten eine Trivialisierung.
Mangelnder Partizipationswille der Bürger,
Überbürokratisierung, Korruption und
Intransparenz mögen hier nur als Beispiele für
Faktoren, welche die Demokratie aufweichen
und unterminieren, aufgeführt werden.
Daneben sieht sich das Demokratieprinzip
sozialen, wirtschaftlichen und politischen
Phänomenen wie Extremismus, Krisen und
Terrorismus konfrontiert, die es bisher nicht zu
bewältigen weiß. Die einst gefeierte Staatsform
findet mehr und mehr Kritiker, deren Stimmen
zunehmend lauter und einflussreicher werden.
Der Appell nach Reformen wird immer
eindringlicher und vehementer vorgebracht.
Bedeutet dies alles das Ende der Demokratie
oder zumindest der Demokratie wie wir sie
kennen?
Welche Herausforderungen hat die Demokratie
bereits gemeistert, und welche stehen noch
bevor? Wie bzw. in welcher Form muss den
sich auftuenden Problemen begegnet werden?
Wie ist es um die Demokratie im Bereich
der EU/EG und anderer internationaler
Organisationen bestellt? Welche Lehren kann
Deutschland aus den Entwicklungen in diesen
Bereichen ziehen? Wie steht es generell um
die Demokratie in der Welt?
Zuletzt stellt sich auch die Frage, ob Demokratie
nicht vielleicht als solche überholt ist und eine
komplett neue Staatsform kreiert werden
muss, um die derzeitige Situation meistern zu
können.
Der 60. Geburtstag des Grundgesetzes war
für ELSA-Passau e.V. der perfekte Anlass, um
all diese Fragen nicht nur aus juristischer,
sondern auch aus politischer, historischer,
philosophischer und soziologischer Perspektive
zu diskutieren.
Als angehende junge Juristen fühlten wir uns
verpflichtet, über Themen von allgemeinem
Interesse zu informieren, Probleme und
Lösungsansätze zu hinterfragen sowie kritisch
zu diskutieren.
Programm des Seminars
Das Programm des Seminars ist unter dem
Menüpunkt Programm zu finden.
Poster